Verwaltungsrat und Grossaktionär der Clariant sowie der Seven Seals Innovation AG und der Destillerie Langatun in der Schweiz, Dr. Dolf Stockausen, im Interview mit Xecutives.net.
Interview mit Dr. Dolf Stockhausen, Investor Unternehmer und Erfinder

Dr. Dolf Stockhausen (Dr. rer. pol.) wurde international bekannt durch die Leitung des familieneigenen Chemieunternehmens Stockhausen GmbH in Krefeld, das später in Evonik aufging. Nach dem Verkauf beteiligte er sich an der Süd-Chemie, die 2011 vom Schweizer Spezialchemiehersteller Clariant für CHF 2,6 Milliarden übernommen wurde; von 2011 bis 2015 war er deren Verwaltungsrat und ist bis heute Grossaktionär von Clariant. Über seine Beteiligungsgesellschaft (Dr. Dolf Stockhausen Beteiligungs AG / DDSB AG) steuert er mit seiner Frau Maria mehrere Firmen in der Zentralschweiz, darunter die Seven Seals Innovation AG (Single-Malt-Whisky, Rum, Likör). Er ist zudem Mehrheitsaktionär der Destillerie Langatun in Aarwangen bei Langenthal und der Dunrobin Distillery in Kanada. Das Ehepaar Stockhausen engagiert sich kulturell, unter anderem für das Luzerner Sinfonieorchester, das Lucerne Festival und die Kammermusikreihe Seeklang.
Im Interview mit Xecutives.net spricht der Unternehmer, Erfinder und Investor über die Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz, die Bilateralen Verträge mit der EU und eine drohende Energiekrise sowie über sein kulturelles Engagement und seine Whisky-Projekte. Kern ist die patentierte Stockhausen-Methode, ein Veredelungs- und Reifungsverfahren, das den Reifeprozess deutlich beschleunigt. Seine Whiskys wurden bereits rund 160 Mal mit Gold, Doppelgold oder Platin ausgezeichnet. Eine eingehende Degustation hat die Redaktion überzeugt: Hier entsteht etwas, das die Whisky-Landschaft verändern könnte.

Xecutives.net: Herr Stockhausen, Sie leben seit 2011 in der Schweiz. Man kennt Sie als Unternehmer und Investor, als ehemaligen Verwaltungsrat und Grossaktionär von Clariant – und als Whisky-Innovator, dessen Whiskys rund 160 Auszeichnungen gewonnen haben und selbst von Jim Murray, dem Herausgeber der Whisky Bible, gelobt wurden. Bevor wir über Whisky sprechen: Warum haben Sie Deutschland verlassen, und worin unterscheiden sich Deutschland und die Schweiz?

Dr. Dolf Stockhausen: Wir haben Deutschland vor vielen Jahren unzufrieden verlassen und zogen zunächst nach Österreich. Damals war nicht absehbar, dass Gerhard Schröder Lafontaine aus der Regierung drängen und zum liberalsten Kanzler seit Ludwig Erhard werden würde. Seither entwickelt sich Deutschland aus meiner Sicht wirtschaftlich und politisch in die falsche Richtung: Der Staatsinterventionismus nimmt überhand, und der vorschnelle Ausstieg aus der Kernenergie hat das Land in Energieabhängigkeit geführt. In Berlin wurde sogar über die Enteignung grosser Wohnungseigentümer abgestimmt; eine Entschädigung zu Marktpreisen ginge in die Milliarden. Welche finanziellen Folgen solche Entscheide haben, wird oft unterschätzt.

Xecutives.net: Mir fällt auf, dass in Deutschland mancherorts applaudiert wird, wenn Unternehmen untergehen. Wie erklärt sich dieser Hass auf das Unternehmertum?

Dr. Dolf Stockhausen: Schon Tacitus beschrieb die Germanen als von Neid geprägt. Zugespitzt: Hat einer einen neuen Rasenmäher, den sich andere nicht leisten können, will man ihn lieber abschaffen. In der Schweiz erlebe ich das anders – auch hier gibt es Neid, aber man arbeitet eher mehr, um sich den grösseren Rasenmäher zu leisten, und gönnt einander den Erfolg. Wer sich über den Niedergang von Unternehmen freut, übersieht, dass damit Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren gehen. Auch deshalb haben viele Unternehmer Deutschland verlassen.

Xecutives.net: Sie sind zuerst nach Österreich gegangen und erst später in die Schweiz. Was haben Sie hier angetroffen?

Dr. Dolf Stockhausen: In Österreich habe ich beim Erwerb der Staatsbürgerschaft meinen deutschen Pass abgegeben. Jedes Land hat Vor- und Nachteile, doch die Menschen in der Schweiz vertrauen stärker auf ihre Arbeit als auf Sozialmassnahmen; sie sind fleissig und gönnen einander den Erfolg. Die Schweiz war lange ein hart arbeitendes, auf dem Land oft armes Bauernland – man denke an die Verdingkinder oder die Walserzüge –, und der Wille, sich aus dieser Armut herauszuarbeiten, wirkt bis heute nach. Kritische Entwicklungen wie in Deutschland haben hier eher einzelne Städte als das ganze Land erfasst. Hinzu kommt eine kluge Steuerpolitik, die Kapital und Unternehmer ins Land geholt hat – davon profitiert die gesamte Volkswirtschaft.

Xecutives.net: Was empfehlen Sie der Schweiz mit Blick auf die Bilateralen Verträge mit der EU?

Dr. Dolf Stockhausen: Die Schweizer haben in den Verhandlungen mehr erreicht als je ein anderes Land – hätten dieselben Bedingungen für Grossbritannien gegolten, wäre es wohl nicht ausgetreten. Die Schweiz hat sich stets taktisch geschickt verhalten; schon Hitler machte einen Bogen um sie, weil der Aufwand zu gross gewesen wäre. Im Zweiten Weltkrieg beschossen sich Spitfire und Messerschmitt sogar mit Oerlikon-Kanonen, die durch den laufenden Propeller feuern konnten und in deutsche Flugzeuge eingebaut wurden. Ich empfehle der Schweiz nicht den EU-Beitritt, wohl aber, die neuen Bilateralen Verträge anzunehmen. Es gibt immer Details, die besser sein könnten – deshalb aber gleich das ganze Paket abzulehnen, wäre falsch. Die Vorteile überwiegen klar, und die Schweiz kann sich weiterhin gegen einzelne Gesetze wehren – eine Möglichkeit, die vorher kein Land erreicht hat. Dass die EU auf viele Wünsche der Schweiz eingegangen ist, zeigt deren hohes Ansehen. Die wirtschaftliche Verflechtung mit der EU – auch in der Forschung – ist von grösster Wichtigkeit. Schade, dass die Schweiz seinerzeit nicht dem EWR beigetreten ist; sie stünde heute ähnlich komfortabel da wie Norwegen.

Xecutives.net: Wo sehen Sie die konkreten wirtschaftlichen Herausforderungen der Schweiz?

Dr. Dolf Stockhausen: Ich halte demnächst für den Rotary Club einen Vortrag über KI, von der ich sehr überzeugt bin. KI braucht Energie – und hier sehe ich eine grosse Herausforderung. In Europa scheitern viele KI-Vorhaben schon an der Energie; in den USA baut man dafür bereits kleine Atomkraftwerke. In der Schweiz ist ein Kernkraftwerk abgeschaltet, die übrigen werden mit Mühe zusammengehalten. Den Atomausstieg halte ich für einen der grössten Fehlentscheide der letzten Jahre. Nicht die Innovationskraft ist das Problem – rund um ETH und EPFL entsteht eigene KI, da ist die Schweiz weit vorne –, sondern die absehbare Energieknappheit, die das Land in Abhängigkeit von Ländern wie Frankreich mit seinen rund 30 Atomanlagen bringt.

Xecutives.net: Innovation zieht sich durch Ihr Leben – 1985 entwickelte die Stockhausen GmbH einen besonders leistungsfähigen Superabsorber für Babywindeln (unter anderem für Procter & Gamble und Kimberly-Clark), später engagierten Sie sich bei Süd-Chemie und Clariant für Innovation. Sie und Ihre Frau Maria fördern zudem seit Jahrzehnten Kunst und Kultur. Woher kommt diese Leidenschaft?

Dr. Dolf Stockhausen: Meine Frau sass im Rat der Stadt Krefeld und leitete den Kultur- und Denkmalschutzausschuss, ich war Vorsitzender des Theatervereins. Als Musiktheater und Ballett drastisch gekürzt werden sollten, gründeten wir einen Förderverein, sammelten 45’000 Unterschriften und konnten das Theater retten. Zuvor hatten wir mit zwölf Unterstützern aus unserem Umfeld den insolventen Krefelder Eislaufverein gerettet und eine Einigung mit den Gläubigern erreicht; 2003 wurde Krefeld deutscher Meister. Heute unterstützen wir unter anderem das Lucerne Festival und das Luzerner Sinfonieorchester.

Dr.Dolf Stockhausen (Beteiligungs AG / DDSB AG) steuert mit seiner Frau Maria mehrere Firmen in der Zentralschweiz, darunter die Seven Seals Innovation AG.
Dr.Dolf Stockhausen und seine Frau Maria

Xecutives.net: Wie kam es zur Liebe zum Whisky?

Dr. Dolf Stockhausen: Sie entstand auf vielen Familienreisen nach Schottland – Golf, alte Steine, Dolmen, Kirchen und Schlösser, und abends im Hotel verschiedene Whiskys. Später hatten wir stets Single Malts zu Hause. 2005/2006 hielt ich als Präsident des Rotary Clubs Graz kurzfristig einen Whisky-Vortrag mit einer Verkostung von zehn Single Malts; er kam so gut an, dass ich fortan jedes Jahr über Whisky sprechen sollte.

Xecutives.net: Wie kam es zum Entscheid, selber Whisky zu machen?

Dr. Dolf Stockhausen: Ein Banker in Nidwalden bat mich um einen solchen Vortrag, und dabei kam die Frage auf, ob ich nicht selbst Whisky machen wolle – eine Brennerei in Beckenried wollte mich dabeihaben. Ich war 72 und dachte: Bis dieser Whisky im Fass gereift ist, bin ich über 80. Man investiert in etwas, das erst zehn Jahre später konsumierbar ist. Also überlegte ich, wie sich das lösen liesse.

Dr. Dolf Stockhausen ist Mehrheitsaktionär von Langatun, the Swiss Whisky Distillery

Xecutives.net: Sie haben eine Methode patentiert, die den Reife- und Veredelungsprozess wesentlich beschleunigt. Im Grunde tun Sie, was auch andere Hersteller tun: Sie sorgen dafür, dass die holzeigenen Reifungsstoffe in den Whisky gelangen, nur schneller und intensiver.

Dr. Dolf Stockhausen: Ja, die Zeit war die eigentliche Herausforderung. Als Unternehmer habe ich immer gefragt, was der Konsument will: einen aromatischen, nicht zu tanninreichen – also nicht bitteren – und zugleich bezahlbaren Whisky. Also befasste ich mich wissenschaftlich mit den chemischen und physikalischen Vorgängen der Reifung. Entscheidend sind Diffusionsprozesse; hier gilt das Ficksche Diffusionsgesetz, benannt nach dem deutschen Physiker Adolf Fick, der im 19. Jahrhundert auch in Zürich arbeitete. Vereinfacht hängt die Menge eines Stoffes, der vom Holz in die Flüssigkeit übergeht, von der Oberfläche und vom Konzentrationsgefälle ab: Enthält das Holz viel und die Flüssigkeit wenig, wandern die Stoffe bis zum Gleichgewicht. Daneben spielen Temperatur, Druck und Zeit eine Rolle – und diese Grössen sind teilweise gegeneinander austauschbar. Genau hier setzt unser Verfahren an: Wir verkürzen die Zeit vor allem, indem wir die wirksame Holzoberfläche vergrössern und das Holz so aufbereiten, dass es die holzeigenen Reifungsstoffe – dieselben wie bei der Fassreifung – besonders gut abgibt. Mit hohem Druck oder extremen Temperaturen arbeiten wir schon aus Kostengründen nicht.

12 Sorten Seven Seals Whisky, von Seven Seals (Dolf Stockhausen)

Xecutives.net: Statt eines Fasses arbeiten Sie mit Holzspänen – ähnlich wie im Weinausbau, wo man mit Holzchips etwa eine Vanillenote erzielt.

Dr. Dolf Stockhausen: Der Holzkontakt zur Reifung ist auch im Weinausbau bekannt; wir nutzen ihn gezielt und kontrolliert zur Reifung des Whiskys. Anders als etwa spanische Rioja-Produzenten arbeiten wir mit behandeltem Holz, aus dem überschüssiges Tannin entfernt wurde  – viele schottische Whiskys sind bitter, weil sehr junges Fassholz verwendet wird. Unsere Methode nutzt ein hohes Stoffgefälle. Wir flämmen das Holz nicht mit offener Flamme aus wie die Amerikaner ihre Fässer; das ist zu heiss und zu kurz, es entstehen wenige der gewünschten Stoffe, teils verbrennen sie zu Verbindungen, die in hoher Konzentration schädlich sein können. Bei uns entstehen genau die Stoffe, die auch im schottischen Whisky vorkommen, nur in etwas grösserer Menge – das prägt den Geschmack. So werden die Whiskys besser, zugleich günstiger und ökologischer, und die jahrelange Fasslagerung lässt sich deutlich verkürzen. Inzwischen haben wir weltweit rund 160 Gold-, Doppelgold- und Platinmedaillen gewonnen, bei 16 Wettbewerben insgesamt oder in einer Kategorie den besten Whisky gestellt und dreimal in Folge den Schweizer Wettbewerb gewonnen.

Xecutives.net: Ihre Methode hat Diskussionen ausgelöst – verständlich, wenn traditionelle Hersteller um ihr Geschäft fürchten. Es ist, als liesse sich höhlengereifter Emmentaler viel schneller und ebenso gut reifen.

Dr. Dolf Stockhausen: Damit Whisky in Europa so heissen darf, muss er mindestens drei Jahre im Fass gelagert sein. Technisch bräuchte meine Methode kein Fass – ich könnte am Montag beginnen und in der Folgewoche verkaufen. In China, Indien und den USA dürfte dieses Destillat «Whisky» heissen, in Europa nicht; in der Schweiz ja, neuerdings auch in England und Wales, nicht aber in Schottland. In der EU gilt die Spirituosenverordnung; an einer Änderung wird gearbeitet, doch ob und wann sie kommt, ist offen. Deshalb setzen wir für unseren Whisky als Ausgangsstoff ausschliesslich drei Jahre fassgereiften Whisky ein und reifen ihn nach unserer Methode weiter. Bei Blindverkostungen wird ihm regelmässig die Reife und Komplexität eines langgereiften Whiskys attestiert.

Xecutives.net: Sie gehen also von einem drei Jahre fassgereiften Destillat aus, das man direkt als Whisky verkaufen dürfte. Reifen Sie es aber ohne Zusatz whiskyfremder Stoffe schneller weiter, darf es nicht mehr «Whisky» heissen. Dann dürfte ein Rioja, dessen Vanillenote man mit Eichenchips verbessert, auch nicht mehr Rioja heissen. Das wirkt wie reiner Heimatschutz.

Dr. Dolf Stockhausen: Genau das verstehen wir auch nicht. Drei Jahre im Fass gelagert, darf der Whisky so heissen; verfeinern wir ihn danach mit der Stockhausen-Methode, plötzlich nicht mehr. Dabei tun wir nur, was bei längerer Fasslagerung ohnehin geschieht – nichts Neues, keine zusätzlichen fremden Stoffe, und chemisch wird nichts verändert.

Rumundo Rum-Set, Dolf Stockhausen
Rumundo Rum

Xecutives.net: Ich habe mit mehreren Whisky-Experten gesprochen; viele finden Ihren Whisky ebenbürtig oder besser. Es ist wohl das traditionelle Bild der alten Fässer und der langen Lagerung, das fest in den Köpfen sitzt.

Dr. Dolf Stockhausen: Man hat bei der Whiskyproduktion vieles versucht – Druck, Gammastrahlen, aromastoffbeladene Holzmembranen, sogar Musik. Auch Holzchips wurden probiert, scheiterten aber, weil das Holz unbehandelt war und zu viel Tannin in den Whisky gelangte; er wurde bitter. Wir lösen das Tannin elegant aus dem Holz – das verbessert die Qualität deutlich.

Wir produzieren auch rauchigen Whisky, den ich sehr mag. Im Fass verliert rauchiger Whisky Jahr für Jahr an Rauchigkeit, weshalb es kaum kräftigen, hochreifen und zugleich rauchigen Whisky gibt – bei uns schon.

Dass es künftig überhaupt torfrauchigen Whisky gibt, ist nicht selbstverständlich, weil der Torfabbau immer stärker eingeschränkt wird – die Schweiz hat ihn schon früh als eines der ersten Länder verboten. Für das traditionelle Räuchern des Malzes in der Mälzerei haben wir deshalb – in einem separaten, noch nicht vermarkteten Forschungsprojekt – einen Torf-Ersatz aus einem pflanzlichen Reststoff zum Patent angemeldet. Er wird wie Torf beim Räuchern eingesetzt und ergibt ein vergleichbares, kaum unterscheidbares Rauchprofil; die Lebensmitteltauglichkeit ist sichergestellt. Dem Whisky selbst wird dabei kein Aroma zugesetzt.

Xecutives.net: Sie haben eine ganze Palette guter Whiskys auf den Markt gebracht.

Dr. Dolf Stockhausen: Wir haben die Classics – ein Sherry Wood Finish, ein Port Wood Finish, einen Peated Port Wood Finish und einen Whisky auf Hickory-Basis – und die Sternzeichenserie mit einem eigenen, jeweils ganz unterschiedlichen Whisky für jeden Monat.

Zu Ihrem Sternzeichen Jungfrau passt der Age of Virgo, ein hochdekorierter Whisky: doppeltes Gold in San Francisco, Whisky des Jahres in China, Platin in Las Vegas und bester internationaler Whisky in Kapstadt bei den Michelangelo International Wine & Spirits Awards. Er ist für uns der weiblichste dieser Whiskys – den probieren wir jetzt gemeinsam.

Er hat eine Sauternesnote. Bei der Whiskyherstellung wird nach der üblichen dreijährigen Bourbonfass-Lagerung oft in andere Fässer umgelagert – Sherry, Portwein, Amarone, seltener Sauternes. Bei uns läuft es analog: Unsere Späne werden mit geringen Mengen Sauternes imprägniert und geben die Weinnoten – wie die Wände eines zuvor mit Wein belegten Fasses – an den Whisky ab.

Eine Flasche Seven Seals Single Malt Triple Distilled Port Wood finish von Seven Seals (Dr. Dolf Stockhausen)
Seven Seals Single Malt Triple Distilled
7 Seals Whisky, three years barrel aged Flasche von Dolf Stockhausen's Seven Seals Innovation AG
7SealsWhisky.com

Xecutives.net: Wie probiert man einen Whisky richtig, um die Aromavielfalt maximal zu geniessen?

Dr. Dolf Stockhausen: So macht und empfiehlt es der Whisky-Experte Jim Murray: Man wärmt das Glas mit den Händen, damit die ätherischen Öle aufsteigen – Eis dagegen hält sie am Boden, man riecht und schmeckt weniger. Die andere Hand deckt das Glas ab, damit die Dämpfe ein bis zwei Minuten nicht entweichen. Dann riecht man nacheinander mit je einem Nasenloch – die Riechzellen sind beidseits unterschiedlich ausgeprägt – und schliesslich mit der ganzen Nase. Beim ersten kleinen Schluck schmeckt man wenig; die Zunge muss sich erst auf den Alkohol einstellen – dieser Whisky hat 49,7 %. Den zweiten Schluck lässt man lange kreisen, schluckt und atmet durch die Nase aus. Das funktioniert übrigens auch bei Cognac oder Calvados.

Xecutives.net: Der Whisky riecht hervorragend – im linken Nasenloch tatsächlich intensiver als im rechten – und schmeckt ausgezeichnet, mit langem Nachhall. Überall stehen Flaschen: offenbar Ihre Experimente.

Dr. Dolf Stockhausen: Wir experimentieren täglich und prüfen, wie sich der Geschmack über die Zeit entwickelt und mit welchen Hölzern sich der beste Whisky erzielen lässt. In all diesen Proben sind keine anderen Stoffe als in gängigen Whiskys – das haben wir von einer Versuchsanstalt in Berlin bestätigen lassen. Dieser Whisky etwa lag drei Jahre im Bourbonfass und wurde anschliessend von uns gefinisht. Versuchsweise, noch nicht für den Markt, haben wir auch Gerstenmalzbrände hergestellt, die nie in einem Fass waren; in diesen Fläschchen ist etwas erst 14 Tage Altes, das nicht Whisky heissen darf – probieren Sie gern.

Xecutives.net: Dieser Spirit schmeckt tatsächlich wie ein mehrere Jahre gereifter Whisky – erstaunlich! Was sind Ihre nächsten Pläne?

Dr. Dolf Stockhausen: Wir entwickeln weiter und wollen in immer mehr Ländern Fuss fassen – vor allem dort, wo keine unsinnigen Vorschriften den technischen, wirtschaftlichen und qualitativen Fortschritt und den fairen Wettbewerb behindern.

Xecutives.net: Herr und Frau Stockhausen, ich danke Ihnen für das Gespräch und die Verkostung der nach der Stockhausen-Methode hergestellten Whiskys und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute!

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