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Rafael Eigenmann, der Präsident der Baseball Therwil Flyers im Interview mit Xecutives.net
Rafael Eigenmann, Präsident Therwil Flyers (@Foto Louie Jay Sienders)

Rafael Eigenmann ist seit 2021 Präsident der Therwil Flyers, einem schweizweit bekannten Baseball-Verein, der unlängst sein vierzigjähriges Bestehen feiern konnte und mittlerweile rund 16 Mal die Schweizer Meisterschaft gewonnen hat. Baseball ist nach wie vor in den meisten Ländern in Europa eine Randsport, ganz im Gegenteil zu den USA, Japan, Mexiko und Venezuela, um nur einige Länder zu nennen, in denen der Sport einen Massensport darstellt, der von einem Millionenpublikum lebt. Die besten Baseball-Spieler auf der Welt verdienen ähnlich wie Fussballstars und der Sport ist in diesen Ländern zu einer wahren Industrie geworden. Rafael Eigenmann spielt seit seiner Kindheit selber Baseball und hat sich in den USA in Sachen Baseball-Sport weitergebildet. Er war von 2009 bis 2017 an der OCS High School und Augustana University und hat dort BWL mit Finanzen Schwerpunkt studiert, begleitet von Baseball. Im Interview spricht der ausgebildete Wirtschaftler über seine Baseball-Leidenschaft und ordnet den Sport in der Schweiz und in Europa ein. Er zeigt auf, was Baseball extrem interessant macht und wie sich der Sport auch auf das normale Leben und auf das Leben eines Managers auswirken kann. Er nimmt Stellung zu Aussagen weiterer Personen aus dem Baseball-Sport, die an dieser Stelle über Baseball berichtet haben.

Xecutives.net: Herr Eigenmann, Sie sind in Therwil eine bekannte Persönlichkeit, nicht zuletzt, weil Sie einem bekannten Baseball-Club vorstehen, den Therwil Flyers, die unlängst ihren vierzigsten Geburtstag haben feiern können. Der Club ist in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen. Zurzeit spielen und trainieren über 150 Kinder und Erwachsene in verschiedensten Ligen. Wie sind Sie selber zum Baseball-Sport gekommen?

Rafael Eigenmann: Ich bin mir nicht sicher, ob ich in Therwil wirklich eine bekannte Persönlichkeit bin. Was ich aber sehr schätze, ist die familiäre Atmosphäre im Dorf und der enge Zusammenhalt im Verein. In einem Ort mit einem so aktiven Vereinsleben, wie auch bei unseren Schwestervereinen LC und FC Therwil, kennt man sich. Das bedeutet mir viel.
Eigentlich hat es eine Weile gedauert, bis ich meinen Weg nach Therwil gefunden hatte. Ich habe venezolanische Wurzeln, meine Eltern stammen beide aus Venezuela. Ich bin aber in der Schweiz geboren. In den Sommerferien war ich oft in Venezuela und habe dort mit meinem Vater, meinen Cousins und Freunden Baseball gespielt. Mit etwa 12 oder 13 Jahren bin ich im Internet auf die Therwil Flyers gestossen. Daraufhin habe ich meine unspektakuläre Fussballkarriere beendet und trainiere bzw. spiele seither mehrmals pro Woche in Therwil.

Rafael Eigenmann, Präsident Therwil Flyers am Final 2025 - Foto von Israel Serratos
Rafael Eigenmann, Final 2025
Baseball Match Zürich Barracudas gegen Therwil Flyers - Foto von Sacha Grossenbacher
Therwil Flyers gegen die Zürich Barracudas
(@Foto Sacha Grossenbacher)

Xecutives.net: Der Baseball-Sport ist, wie das auch schon der ehemalige Chef-Coach der Therwil Flyers, John Baum, der dem Club 3 Meisterschaften ermöglichte, sagte, ein Randsport. Setzt man sich mit dem Sport auseinander, erkennt man schnell, dass er extrem interessant und fordernd ist. Es geht um Taktik, um Schnelligkeit, um das Ballgefühl. Wer einmal ein Baseball Game bspw. in den USA verfolgt hat, ist schnell von diesem friedlichen Sport begeistert. Warum ist Baseball bei uns immer noch ein Randsport?

Rafael Eigenmann: Ich denke, viele Menschen in der Schweiz nehmen Baseball als sehr kompliziert wahr, als ein Spiel und Sport mit vielen Regeln. Das erhöht die Einstiegshürde und lässt Zweifel entstehen, ob der Sport für Kinder überhaupt attraktiv ist. Die Wahrnehmung ist also oft nicht optimal, weshalb viele Menschen dem Baseball gar keine Chance geben. Zudem fehlt es in der Schweiz stark an Infrastruktur und Professionalisierung. Es ist schwierig, genügend gut ausgebildete Trainer zu finden. Deshalb muss man ehrlich sagen, dass das Angebot der Vereine teilweise noch nicht gut genug ist. Daran müssen wir arbeiten.
Ich bin jedoch überzeugt, dass Baseball und Softball grossartige Sportarten sind. Entscheidend ist, dass wir bessere Trainingsbedingungen und mehr hochwertige Anlagen schaffen. Bei den Flyers haben wir in den letzten Jahren gezielt in die Ausbildung unserer Trainer investiert. Dadurch sind die Trainings qualitativ besser geworden und die Kinder haben mehr Freude am Sport. Nur so können wir als Verein und als Sportart wachsen.

Xecutives.net: Sie hatten selber früh entschieden, auch aufgrund von Baseball, in die USA zu gehen, um dort zu studieren. Aus einem Jahr wurden dann acht Jahre. Wie kam es zu diesem Entscheid und was haben Sie in den USA gemacht? Welche Erfahrungen konnten Sie in den USA für Ihr Berufsleben, aber auch in Sachen Baseball sammeln?

Rafael Eigenmann: Für mich war als Jugendlicher klar: Ich wollte Baseball-Profi werden. Und das ist realistisch gesehen fast nur in den USA möglich. Nach den ersten Jahren wurde mir jedoch zunehmend bewusst, dass es für eine grosse Profikarriere wohl nicht reichen würde. Deshalb habe ich mich stärker auf mein Studium konzentriert. Ich war weiterhin ein solider Spieler an der Universität, aber meine Mitspieler waren schlicht besser und hatten oft viel mehr Erfahrung. Also musste ich andere Wege finden: mehr trainieren, ehrgeizig sein und stets den Willen haben, mich zu verbessern.
Auch wenn es nicht für eine Profikarriere gereicht hat, habe ich unglaublich viel mitgenommen, das mir heute im Berufsleben hilft. Besonders wichtig war für mich zu lernen, wie man in einem Team funktioniert und welche Bedeutung echte Freundschaften haben. Eine Kombination aus Ehrgeiz und Teamdenken, also immer im Sinne des Teams zu handeln, ist für mich der Schlüssel zum Erfolg – sowohl im Sport als auch im Berufsleben.

Xecutives.net: Sie selber haben venezolanische Eltern und Sie sind oft in Venezuela, um Ihre Familie zu besuchen. Venezuela hat eben die Weltmeisterschaft im Baseball gewonnen. Das Land, das zurzeit auch Spielball der grossen Politmächte geworden ist, schaut auf eine Jahrzehntelange Baseball-Geschichte zurück. Vor Kurzem bin ich einem venezolanischen Baseball-Team in Italien begegnet und ich war begeistert von der Freude, die die Spieler an den Tag gelegt hatten, als ich Ihnen erzählte, dass ich Teil der Therwil Flyers-Familie bin…

Rafael Eigenmann: Das freut mich sehr! In Venezuela ist Baseball viel mehr als nur ein Sport. Baseball ist ein Teil der venezolanischen Kultur. Die Menschen lieben Baseball und gehen begeistert ins Stadion. Die Atmosphäre ist einzigartig: eine Mischung aus Musik, Freude und Sport – fast wie eine grosse Party. Wer in so einer Umgebung aufwächst, entwickelt eine enorme Leidenschaft für das Spiel. Die Spieler sind emotional stark involviert und spielen mit voller Hingabe. Dazu kommt, dass viele Jugendliche Baseball als Chance sehen, der Armut zu entkommen. Entsprechend zielstrebig sind sie bereit, viel intensiver zu trainieren. Im Vergleich dazu wachsen viele von uns, wie auch ich, in privilegierteren Verhältnissen auf und haben mehrere Alternativen im Leben. Das beeinflusst natürlich die Motivation.

Rafael Eigenmann in der Mitte mit dem Catcher Gear nach dem Sieg der Prague Baseball Week Group B Turnier 2025
Sieg an der Prague Baseball Week, Group B Turnier 2025

Xecutives.net: Es gibt beim Baseball keine Schlägereien, keine Pöbeleien und man ist anderen Menschen gegenüber locker und tolerant eingestellt, selbst dem Gewinner gegenüber. Sie beschreiben das in Venezuela mit einer Party, die man gemeinsam geniesst. Ich habe in den USA selber Baseball-Games erlebt und habe nie eine schlechte Bemerkung oder Respektlosigkeit vernommen. Wie erklärt sich das?

Rafael Eigenmann: Das ist eine spannende Beobachtung. Ich denke, es hängt stark mit der Atmosphäre und den Personen zusammen. Baseball ist insgesamt entspannter, als man das bei anderen Sportarten beobachten kann. Ehrgeiz ist natürlich wichtig, aber die Stimmung im Stadion, sei es in den USA, Venezuela oder in Japan, ist oft sehr locker. Viele Fans gehen ins Spiel, um Zeit mit Freunden zu verbringen, etwas zu essen und nebenbei Baseball zu schauen. Es geht weniger darum, sich emotional aufzureiben. Es ist völlig normal, während des Spiels aufzustehen, sich etwas zu holen oder das Stadion zu erkunden. Auch die Stadien selbst sind oft architektonisch beeindruckend. Kürzlich war ich im Tokyo Dome, eine grossartige, entspannte Atmosphäre, die dort vorherrschte!

Xecutives.net: Zurück in der Schweiz haben Sie vor einiger Zeit entschieden, die Funktion als Präsident der Therwil Flyers zu übernehmen. Beruflich sind Sie als Associate Director Product Management bei der Zurich Invest AG tätig. Was hat Sie veranlasst, sich als Präsident zu engagieren und wo sehen Sie die Herausforderungen?

Rafael Eigenmann: Meine Tätigkeit als Präsident sehe ich in erster Linie als Dankeschön an den Verein und den Sport. Durch den grossen Einsatz früherer Präsidenten, Vorstandsmitglieder und Coaches konnte ich meinen Weg im Baseball gehen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Mein Ziel ist es, dem Verein etwas zurückzugeben und sicherzustellen, dass jede Jugendliche und jeder Jugendliche in der Region Basel die Möglichkeit hat, Baseball oder Softball zu spielen. Gleichzeitig sehe ich mich auch als Motivator innerhalb des Vereins und ich schätze die Zusammenarbeit mit Menschen, die mir wichtig sind.

Die Herausforderungen sind vielfältig. Besonders beschäftigt mich ein kultureller Wandel: Es gibt einen harten Kern von sehr engagierten Personen, die unglaublich viel leisten. Gleichzeitig beobachte ich bei einigen eine zunehmende Individualisierung. Aufgaben bleiben oft bei denselben Personen hängen und wenn Hilfe gefragt ist, bleibt die Resonanz aus. Das ist sehr schwer nachvollziehbar. Ich kann dieses egoistische Verhalten nicht verstehen.
Zudem stellt die Infrastruktur eine grosse Herausforderung dar. Unser Spielfeld wird von mehreren Vereinen genutzt und ist für niemanden optimal. Geplante Umbauten könnten sogar dazu führen, dass wir keinen geeigneten Platz mehr haben. Wir benötigen dringend ein eigenes, normgerechtes Spielfeld, doch dafür braucht es eine geeignete Fläche, was sehr schwierig ist.

SBSF – Swiss Baseball and Softball Federation – Awards Night 2025
SBSF (Swiss Baseball & Softball Federation) Awards Night 2025

Xecutives.net: Sebastian «Seppi» Zwyer, auch ein Baseball-Spieler der Therwil Flyers, der sich seit Jahrzehnten für die Therwil Flyers engagiert, hat im Interview sehr interessante Aussagen gemacht. Er meinte auf die Frage, was Baseball auch im Leben sonst für einen Einfluss hat, dass es darum gehe, mit dem eigenen Scheitern zurechtzukommen. Ein Baseball-Spieler oder Spielerin ist immer mit dem eigenen Scheitern konfrontiert, ein bisschen wie beim Golf. Er meinte, dass dieser Umgang mit dem Scheitern dazu führe, dass man im Leben nach einem Knick oder Fehlschlag, sehr schnell wieder auf die Beine kommt und weitermachen will. Geht Ihnen das auch so?

Rafael Eigenmann: Absolut. Seppi hat völlig recht. Ein Baseballspieler braucht ein Kurzzeitgedächtnis. Ich kenne kaum eine andere Sportart, in der Scheitern so präsent ist. In der Major League Baseball gilt ein Schlagmann (Hitter) bereits als Weltklasse, wenn er in drei von zehn Versuchen erfolgreich ist. Das bedeutet: Selbst die besten Spieler scheitern in sieben von zehn Fällen. Deshalb ist es entscheidend, mit Misserfolgen umgehen zu können und ein positives Mindset zu bewahren. Man muss sich immer sagen: Beim nächsten Versuch klappt es.

Rafael Eigenmann im Telebasel Interview nach der EM 2023
Rafael Eigenmann im Telebasel Interview nach der EM 2023

Xecutives.net: Baseball ist, und das bemerkt man erst, wenn man sich mit dem Sport auseinandersetzt, ein extrem komplexer und komplizierter Sport. Es geht nicht nur um Kraft und Schnelligkeit. Das allein reicht bei Weitem nicht aus, um ein guter Baseballer oder eine gute Baseballerin zu sein. Man muss vor allem das Spiel verstehen. In vielen Situationen gibt es von 20 Möglichkeiten, die ein Spieler auf dem Feld hat, nur eine richtige Lösung. Um in Sekundenbruchteilen die richtige Strategie einzuschlagen, muss man das Spiel auch strategisch beherrschen. Was zeichnet diese Komplexität des Baseball-Spiels aus?

Rafael Eigenmann: Ich denke, es ist genau diese Vielseitigkeit, die Baseball so besonders macht. Man braucht Fähigkeiten aus vielen unterschiedlichen Sportarten. Wie im Golf muss man den Schläger technisch präzise und schnell schwingen. Ähnlich wie im Tennis hat der Ball Spin und Bewegung. Wie im Basketball muss man laufen und gleichzeitig einen Ball werfen oder fangen, der hoch durch die Luft fliegt. Und wie im Fussball braucht man eine Mischung von Ausdauer und Explosivität.
Baseball beansprucht den ganzen Körper und den Kopf. Man muss Technik, Athletik und Spielverständnis kombinieren und ständig auf unterschiedliche Spielsituationen vorbereitet sein.

Xecutives.net: Sie haben selber in den USA Baseball gespielt. Was ist Ihnen dort aufgefallen, was den Baseball in Europa und in den USA unterscheidet?

Rafael Eigenmann: Es gibt viele Unterschiede. In den USA ist Baseball eine viel grössere Sache. Die Infrastruktur ist deutlich besser und professioneller. Zudem sind die Spieler oft athletischer und trainieren intensiver. Baseball hat dort eine ähnliche Bedeutung wie Fussball in Europa. In Europa sieht man zwar positive Entwicklungen, insbesondere in Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Tschechien oder Italien. In der Schweiz hinken wir jedoch noch hinterher.
Interessanterweise macht es mir persönlich mehr Spass, in der Schweiz zu spielen. Hier spielen die Leute aus reiner Leidenschaft. In den USA – besonders auf Uni- oder Profiniveau – ist der Leistungsdruck deutlich höher.

Xecutives.net: Es gibt einige Spieler aus der Schweiz, die zurzeit in den USA Baseball spielen und auf eine interessante Karriere blicken können. Was zeichnet diese Spieler, die auch in den USA bestehen können, aus?

Rafael Eigenmann: Ich habe zwar keine genauen Zahlen vor mir, aber als ich in den USA spielte, war ich einer von sehr wenigen Europäern, die den Sprung in eine Universitätsmannschaft geschafft hatten. Heute gibt es Dutzende, wenn nicht Hunderte europäische Spieler in den USA und sie sind insgesamt deutlich besser als ich es damals war.
Allein aus der Schweiz haben wir aktuell vier bis sechs Spieler, die hier aufgewachsen sind und heute entweder an einer Universität spielen oder sogar den Sprung als Profi geschafft haben. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Was diese Spieler auszeichnet, ist vor allem ihr Ehrgeiz und ihre echte Leidenschaft für den Sport. Wenn ich beispielsweise an Devin, Fabio, Dominic und Nick denke, sehe ich durchweg starke Persönlichkeiten mit einem enormen Willen, sich kontinuierlich zu verbessern. Sie sind hungrig nach Entwicklung und Erfolg und genau das macht den Unterschied.

Rafael Eigenmann mit ex. MLB Star Trevor Bauer an Czech-Swiss Series 2024 in Prag - Foto by Louie Jay Sienders
Rafael Eigenmann mit ex. MLB Star Trevor Bauer an den Czech-Swiss Series 2024 in Prag
(@Foto Louie Jay Sienders)

Xecutives.net: Was müssen diese jungen Talente beachten, wenn sie bspw. in die USA gehen möchten, um dort zu studieren und Baseball zu spielen?

Rafael Eigenmann: Vor allem: Selbstvertrauen! Auch wenn wir in Europa weniger Baseball spielen, sollte man sich nicht davon abhalten lassen, seine Träume zu verfolgen. Wenn man nicht an sich selbst glaubt, wird es schwierig, dass andere an einen glauben. Deshalb mein Rat: gross denken und mutig sein.
Der Weg in den USA ist anspruchsvoll und erfordert viel Einsatz, aber er ist möglich. Viele Europäer haben es bereits geschafft.

Xecutives.net: Mir scheint in diesem Zusammenhang der Baseball-Sport extrem interessant, weil er eine Art Netzwerk darstellt, das einem auf der Welt viele Türen öffnen kann. Viele Clubmitglieder sind Expats. Sie stammen aus Kanada, den USA oder auch aus Mittel- und Südamerika. Diese Menschen arbeiten in der Schweiz und sie wollen sich weiterhin in Sachen Baseball-Sport engagieren. Das ist auch bei den Therwil Flyers so. Was stellen Sie diesbezüglich als Präsident und Baseball-Spieler fest?

Rafael Eigenmann: Der Zusammenhalt im Verein ist wirklich einzigartig. Es treffen so viele Kulturen aufeinander – das ist eine grosse Bereicherung für alle!
Für viele Expats ist der Verein ein Stück Heimat. Gerade weil Integration in der Schweiz nicht immer einfach ist, ist es wertvoll, einen Ort zu haben, an dem man sich wohlfühlt und Kontakte knüpfen kann. Darauf bin ich sehr stolz.

Xecutives.net: Wenn Sie die Baseball-Szene in der Schweiz betrachten. Was fällt Ihnen heute auf? Was beschäftigt die Clubs in der Schweiz und was wird die Zukunft für die Baseball-Spieler bringen?

Rafael Eigenmann: Ich denke, viele Vereine haben erkannt, dass sie ihr Angebot verbessern und stärker in Trainer investieren müssen. Es ist ein Wandel im Gange, aber dieser braucht Zeit.
Die Nationalliga befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase, denn viele Teams sind überaltert. Gleichzeitig wächst eine neue Generation heran, die grosse Begeisterung für Baseball mitbringt. Entscheidend wird sein, diesen Generationenwechsel erfolgreich zu gestalten.
Auch die Infrastruktur bleibt ein zentrales Thema. Es braucht dringend mehr geeignete Spielfelder in der Schweiz. Es muss etwas geschehen, damit wir nicht nur ein vernünftiges Spielfeld in der Schweiz haben (das Spielfeld der Zürcher Clubs).

Xecutives.net: Was sind Ihre nächsten Ziele, persönlich, aber auch in Bezug auf den Baseball und die Therwil Flyers?

Rafael Eigenmann: Mein wichtigstes persönliches Ziel ist aktuell, ein guter Vater zu werden. Ich werde im Juli Papi und freue mich sehr darauf. Alles andere ist momentan zweitrangig, auch wenn ich natürlich weiterhin berufliche viele Ziele verfolge.

Im Baseball möchte ich Fortschritte beim Projekt eines neuen Spielfelds in der Region Basel erzielen.
Sportlich habe ich das Ziel, noch einmal als Captain der Schweizer Nationalmannschaft an der Europameisterschaft 2027 teilzunehmen und gemeinsam mit einem starken Team erfolgreich zu sein.

Xecutives.net: Lieber Herr Eigenmann, ich bedanke mich herzlich für dieses Interview und ich wünsche Ihnen persönlich, sportlich und beruflich weiterhin alles Gute!

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